Mit Wurst und Schinken gegen den Jodmangel

Prof.Dr. D. Hötzel: Wurstwaren können wichtigen Beitrag zur Deckung des täglichen Jodbedarfs leisten; © BVDF 2000

Wurstwaren sind nicht nur für die gesunde Ernährung bedeutend, sie können nun auch wesentlich dabei helfen, den in der Bundesrepublik weit verbreiteten Jodmangel zu bekämpfen. Bereits seit Jahren warnen Mediziner vor diesem gravierenden Nährstoffmangel in Deutschland, der schon bei einem Drittel der Bevölkerung zu einer vergrößerten Schilddrüse geführt hat. Die Schilddrüse steht bereits an dritter Stelle aller operativen Eingriffe. Wissenschaftler, wie der Bonner Ernährungsforscher Prof. Dr. D. Hötzel, begrüßen daher ein neues Angebot der Wursthersteller.

"Jod ist ein essentielles Spurenelement. Es ist für die Funktion der Schilddrüse und damit für die Aufrechterhaltung der menschlichen Gesundheit unentbehrlich," erläutert Ernährungsexperte Prof. Dr. Hötzel vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Bonn. "Essentiell bedeutet, daß der betreffende Stoff im Organismus unbedingt benötigt wird, aber nicht selbst aufgebaut werden kann. Solche Nährstoffe müssen regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden, um einen normalen Stoffwechsel zu gewährleisten."

Der Verzehr von Meeresfischen, die Jod als einziges Nahrungsmittel in nennenswerten Mengen aufweisen, reicht längst nicht aus, um einem Kropf vorzubeugen. Auch jodiertes Speisesalz kommt nach Meinung von Medizinern und Ernährungsexperten in den Haushalten bisher noch nicht genügend zum Einsatz.

Als Gegenmaßnahme hat der Gesetzgeber bereits vor drei Jahren die Verwendung von jodiertem Speisesalz auch für die gewerbliche und industrielle Herstellung von Lebensmitteln zugelassen. Ausgenommen war bisher allerdings die Beigabe von Jod zu Nitritpökelsalz, das zur Herstellung vieler Wurst- und Fleischwaren unentbehrlich ist. Durch eine Änderung der Zusatzstoff-Verkehrsverordnung wurde diese Lücke nun geschlossen und den Unternehmen der Fleischwarenindustrie damit die Möglichkeit geboten, einen wesentlichen Beitrag zur gesunden Ernährung zu leisten. "Fleisch- und Wurstwaren enthalten wichtige Nährstoffe und spielen deshalb in der Ernährung des Menschen eine große Rolle. Aus ihnen stammt auch ein wesentlicher Teil unserer täglichen Kochsalzaufnahme. Und da der größte Teil dieser Lebensmittel mit Nitritpökelsalz hergestellt wird, war es wichtig, daß eine Jodierung auch dieses Salzes möglich ist, was mit der jüngsten Verordnungsänderung erreicht wurde. Fleischwaren werden dadurch zu wichtigen Lebensmitteln für die Bedarfsdeckung," führt Ernährungswissenschaftler Hötzel aus.

Qualität und Haltbarkeit der Wurstwaren, so hat die Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach herausgefunden, werden durch die Verwendung von jodiertem Pökelsalz nicht beeinflußt. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) haben bereits viele Hersteller ihre Rezepturen umgestellt. Die Verwendung von jodiertem Salz ist für den Verbraucher beim Einkauf durch den Hinweis "mit jodiertem Speisesalz" erkennbar. "Im Interesse einer ausreichenden Jodversorgung der Bevölkerung ist es wichtig, die gesetzlich gegebenen Möglichkeiten in vollem Umfang auszuschöpfen. Dies gilt vor allem für die Grundnahrungsmittel Wurst- und Fleischwaren", unterstreicht Hötzel.

Wieviel Jod braucht der Mensch?

Kinder bis 10 Jahren benötigen nach einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rund 120 Mikrogramm pro Tag, Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene etwa 180 Mikrogramm pro Tag. Die tatsächliche Jodaufnahme liegt derzeit jedoch bei nur 35 (Kindern) beziehungsweise 75 Mikrogramm (Erwachsene), also erheblich unter den Empfehlungen.

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